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ZollersteighofSchaudt
Sportlicher Werdegang "Martin Schaudt, der Shooting-Star" das war das Prädikat, das ihm die Fachpresse verliehen hat. Mit ihm kam frischer Wind in die Spitzengruppe der deutschen Dressurreiter. Zu einer Zeit in der Rembrandt, Gigolo, Ganimedes, Goldstern, Donnerhall und Rubinstein durchs Viereck piaffierten in die Spitze der Deutschen Dressurreiter-Elite vorzudringen, erschien eigentlich aussichtslos. Überliefert ist auch der Ausspruch von Isabell Werth in Walldorf als Martin Schaudt zum Erstaunen aller gewann: "Wer ist eigentlich dieser Martin Schaudt?". Sie hat ihn später als Mannschaftskameraden noch gut kennen gelernt. Es war schon eine Überraschung in der Fachwelt, daß er 1994 bei den Weltreiterspielen in Den Haag als Reservereiter nominiert war. Eine unglückliche, ungewollte "Levade" beim Turnier in Wiesbaden hat wahrscheinlich den Ausschlag gegeben, daß er nicht mit nach Den Haag durfte. Auch die Deutsche Meisterschaft von 1994 in Mannheim hatte ihm sportliches Gewicht eingebracht. Ein Jahr später bei der Europameisterschaft in Mondorf war es dann soweit, Martin Schaudt ritt zum ersten Male für Deutschland. Daß er bei der EM starten durfte, hatte er nicht unbedingt dem Vertrauen durch den damaligen Bundestrainer Harry Boldt zu verdanken, sondern dem Urteil der internationalen Richter bei der Sichtung in Aachen, die gleichen übrigens, die später in Mondorf am Richtertisch saßen. Mondorf war ein großer Erfolg für Martin. Goldmedaille in der Mannschaftswertung und 4ter Platz in der Einzelwertung. Nur die ungeliebte Kür, hat ihm damals die Medaille vermasselt. "Daß wir die Goldmedaille in der Mannschaft erringen konnten, haben wir vor allem Martin Schaudt zu verdanken" war die Aussage von Harry Boldt nach den Europameisterschaften. Martin Schaudt wird nachgesagt, er sei "ein Mann ohne den üblichen Lobbyisten am Boden", der für ihn im Gespräch mit den Ausschußmitgliedern des DOKR und Journalisten Politik machen könnte, so schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Martin Schaudt geht einen anderen Weg. Er bereitet sich weit weg, abseits vom Hauptgeschehen, zu Hause auf der Alb, in Ruhe und sehr konzentriert vor, fährt dann zu den wenigen wichtigen Turnieren, die meist auch die Sichtungsturniere sind. Läßt sich von Gerede und z.T. tendenziösen Richterurteilen nicht bange machen und glaubt fest daran, wenn man gut vorbereitet ist und gut reitet, wird der Erfolg sich einstellen. Damit ist er gut gefahren und ist letztendlich auch immer erfolgreich gewesen. Nicht anders war es im Olympia Jahr. Auf den wenigen Turnieren in Dortmund und Wiesbaden, Balve und Aachen war die Stimmung erst gegen ihn gerichtet. Die nationalen Richter und die Medien hatten sich auf 4 andere Reiter eingeschossen. In Aachen mit den internationalen Richtern, die auch in Atlanta richten sollten, wendete sich das Blatt. Martin konnte in der Gesamtwertung an 2ter Stelle abschließen und nicht einmal Reiter mit der stärksten Lobby konnten das weg diskutieren. Dann kam das große Abenteuer Olympia. Mehr als 6 Wochen dauerte die "Expedition". Das ersehnte Gold wurde erreicht. Lebenserfahrung konnte Martin auch sammeln und einige Erkenntnisse über das Verhalten von Mannschaftsgefährten und Funktionären, sogenannten "Reiterkameraden" blieben ihm nicht erspart. Es war ein Fehler, den die Verantwortlichen zwischenzeitlich auch eingesehen haben, einen 5ten Reiter als Ersatzreiter mitzunehmen und es war ein Fehler, daß die verantwortlichen Funktionäre zu lange zugeschaut haben, daß im Trainingslager bis zur letzten Minute ein Sichtungswettkampf stattgefunden hat. Dies kostete Martin die optimale Vorbereitung seines Pferdes ESGE-Durgo und damit eine wesentlich bessere Plazierung im Einzelwettbewerb, vielleicht sogar die Chance um eine Einzelmedaille zu kämpfen, da er vor Atlanta alle Mitbewerber bis auf Isabell und Anky schon hatte schlagen können. Auch wurde durch das Erlebte das Ende von ESGE-Durgo´s Karriere eingeläutet. ESGE-Durgo hat zwar 1997 nochmals allen Unkenrufen zum Trotz gezeigt, daß er zu Recht in die Weltspitze gehört und erreichte sicher die Nominierung für die Europameisterschaft in Verden. In Münster konnte er zum Zweiten Mal Deutscher Meister werden. Doch 8 Tage vor der EM verletze ESGE-Durgo sich schwer und mußte der heutigen Nr.1 Ulla Salzgeber mit Rusty Platz machen. Heute ist er mit Weltall VA und Loriot wieder an der Weltpitze und wird vielleicht diesmal die Nachfolge von Rusty antreten.
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