Martin Schaudts zwischenzeitlich verstorbener Vater spielte eine große
Rolle im Reiterdasein des Olympiasiegers aus Onstmettingen. Dr. Heinz-Günther
Schaudt hatte nach seinen eigenen Worten schon von Kindesbeinen an
die Pferde im Sinn. Als es dem 1968 Dreißigjährigen möglich
war, Pferde zu halten, wurde Schaudt senior aktiv: Vielseitigkeitsreiter
mit deutlichem Hang zur Dressur. Dr. Schaudt: "Beim Vielseitigkeitsreiten
lernt man das Reiten von Grund auf! Aber das richtige Reiten, da bin
ich vielleicht noch konservativ, ist die Dressur nach den klassischen
Maßstäben." Später ritten auch seine beiden Söhne
Jens und Martin. Martin allerdings entdeckte die Reiterei als sein
Metier und war 1974 mit 16 Jahren Baden-württembergischer Military-Juniorenmeister.
Schließlich kam er von 1979 bis 1980 zur Bundeswehrsportkompanie
nach Warendorf. Das wurde eine wichtige Station, wie sich zeigen sollte.
Bald änderte sich Martin Schaudts Reiterlaufbahn mit dem Hannoveraner
Egbert grundlegend. Egbert hatte keine Ader fürs Springen und
das Gelände. "Egbert hat meine Laufbahn beeinflußt",
sagt Martin Schaudt über den reiterlichen Spurwechsel zur Dressur.
Bis 1985 hatten Schaudt die erforderlichen Dressur-Siege in Klasse
S beisammen, für die ihm das Goldene Reiterabzeichen der FN verliehen
wurde. Martin Schaudt über sich: "Bis 1989 habe ich mein
Leben und das Jurastudium als "Wanderreiter" bestritten,
vom Studienplatz in Tübingen zu verschiedenen Ställen in
denen meine Ausbildungspferde standen". Seine Eltern, so erzählt
Schaudt, konnten sich zunächst nicht vorstellen, daß er
vom Reiten leben will oder kann. Aber das hatte sich nach und nach
immer mehr ergeben. Heute treibt er seinen Ausbildungs- und Turnierstall
um, der ihm sein Auskommen sichert.
Schon 1973 hatte Martin Schaudts Vater das kleine landwirtschaftliche
Anwesen am Zollersteighof Nr. 1 in Albstadt-Onstmettingen gekauft.
Jahre später gab er sein Geschäft in der Sporttextilienbranche
auf. "Mein Vater hätte vielleicht lieber gesehen, wenn ich
in den elterlichen Betrieb gegangen wäre, aber im Grunde habe
ich den Traum meines Vaters verwirklicht und bin Berufsreiter geworden!",
sagt Martin Schaudt über den Vater.
Martin Schaudt wirkt äußerlich ruhig, überlegt, zurückhaltend.
Martin Schaudt ist bemüht das Temperament ,das er hat, zu kontrollieren,
aber innerlich kocht es zuweilen heftig. Martin Schaudt sagt über
sich selbst, er sei oft ungeduldig. Erst mit der Zeit habe er sich
eingefangen und mehr innere Ruhe gefunden. Seine besonnene, aber nicht
unterkühlte Art zeigt sich in seiner Einstellung zur Ausbildung
von Pferden.
Martin Schaudt bestätigt, daß er Autodidakt ist. Er habe
keine "Ausbildungsstationen" gehabt. Er kann auch keine
Lehrmeister nennen. Der Auslöser für Martin Schaudts Entwicklung
zum Dressurreiter war die Zeit in der Sportkompanie der Bundeswehr
in Warendorf. "Unser damaliger Ausbilder, Siegfried Peilicke,
der frühere Bundestrainer der Jungen Reiter und Junioren, hat
in mir die Neugier für die Dressur geweckt. Er hatte sich um
mich etwas gekümmert, weil mein damaliges Pferd relativ gute
Dressuranlagen gezeigt hatte im Vergleich zu den Vollblütern
der anderen". Ansonsten war Martin Schaudt zwei, dreimal auf
einem mehrtägigen Lehrgang, mehr nicht. Martin Schaudt weiß
um die Gefahren des Autodidakten. "Manchmal kämpft man sehr,
und hier und da in die falsche Richtung." Zudem sei er jemand,
der Unterricht nicht verträgt. "Ich kann es nicht brauchen,
wenn da dauernd einer neben mir steht und sagt, wie es geht."
Zu seinen sportlichen Stärken sagt Martin Schaudt: "Ich
bin beharrlich und kann mich gut konzentrieren. Nervosität kriege
ich in der Regel durch Konzentration auf die Sache weg." Auf
Schwächen angesprochen gibt Martin Schaudt freimütig zu,
daß er eher cholerisch ist. Das sehe man zwar nach außen
nicht so, "aber es ist von jeher mein Problem, dass ich sehr
ungeduldig bin. Ich weiß aber, dassich nicht alles erzwingen
kann und mir Zeit lassen muß." Zufrieden ist Martin Schaudt
mit seiner Arbeit, wenn er sagt: "Jedes Pferd, mit dem ich S
geritten bin, habe ich selbst ausgebildet von jung an. Ich glaube,
daß das eher schon die Ausnahme ist unter den Berufsreitern.
Ich habe am liebsten junge Pferde. Über drei, vier Jahre bilde
ich sie aus in kontinuierlicher Kleinarbeit. Das ist Teil meiner ganz
persönlichen Arbeitsweise."
Nicht unwesentlich haben die Gönner, Mäzene und Sponsoren
zu den Erfolgen von Martin Schaudt beigetragen. Ein Mann der ersten
Stunde ist Jürgen Loesdau. Der Inhaber des gleichnamigen Pferdesport-Versandhauses
unterstütze Martin Schaudt von Beginn seiner sportlichen Laufbahn
an, ohne dies groß an die Glocke zu hängen. Martin Schaudt
benutzt nur Produkte aus dem reichhaltigen Repertoire des Versandhauses
und ist oft Tester und Ratgeber bei der Einführung neuer Produkte.
Die älteste Reitbekleidungsfirma Deutschlands GS Georg Schumacher
ist der offizielle Ausrüster des Team Martin Schaudt. Sowohl
Martin Schaudt als auch seine Schüler reiten mit Georg Schumacher
Reitbekleidung. Natürlich ist auch die Teamjacke eine Original
Georg Schumacher Jacke. Neu im Kreis der Sponsoren ist die Fa. Gimmel
Fahrzeugbau, die Martin Schaudt einen neuen LKW zur Verfügung
stellt.
Nicht vergessen darf man die Pferdebesitzer, die meist im Hintergrund,
jedoch sehr tatkräftig die reitsportliche Karriere von Martin
Schaudt unterstützt haben und unterstützen. Berthold Maute
als Mitbesitzer von ESGE-Durgo und jetzt Weltall VA, sowie Dr. Rolf
Riethmüller als Besitzer von Valentin haben stets Martin Schaudt
zum sportlichen Erfolg geholfen und nie gebremst.
Seit 1996 wird Martin von Wolfgang Leiss und seiner Sportmanagement-Agentur MACH-DAMPF beraten.
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